Was macht eigentlich eine Ghostwriterin? Die 5 größten Missverständnisse über Ghostwriting!

Wenn ich Freund*innen oder Bekannten erzähle, dass ich öfter Bücher für andere schreibe, blicke ich in irritierte Gesichter. Vielen erscheint es seltsam und sogar unmoralisch, dass es Menschen gibt, die bei mir ihr Buch bestellen und ich als Autorin darin gar nicht genannt werde. Selten haben sie eine Vorstellung davon, was für Bücher ich im Auftrag von anderen schreibe und wieso mir das auch noch Spaß macht.

Tina Lauer

18. November 2021

Hast du dich auch schon immer gefragt, was eine Ghostwriterin eigentlich tut und was professionelle Ghostwriter definitiv nicht tun?

Hier decke ich die 5 größten Missverständnisse rund ums Ghostwriting auf!

1. „Ghostwriting ist illegal!“

Vielleicht stellst du dir gerade vor, wie ich in einem dunklen Hinterzimmer heimlich die Doktorarbeit für einen schmierigen Politiker schreibe und mir im Gegenzug ein Haufen Kryptowährung übertragen wird...

Klar, da draußen gibt es sicherlich jede Menge skrupellose Verfasser*innen und ganz bestimmt noch viel skrupellosere Auftraggeber*innen.

Lange Zeit war das Ghostwriting auch in der Wissenschaft alltägliche Praxis.

Doch für professionelle Ghostwriter sind solche Projekte heutzutage wie Giftmüll:

Ich fasse sie nicht mal mit Tschernobyl-erprobten Spezialhandschuhen an!
Denn wissenschaftliche Arbeiten für andere zu schreiben ist zwar nicht illegal, aber meiner Ansicht nach hochgradig unmoralisch.

Wenn ich sich andere ihren Doktortitel erkaufen, während meine Promotionskolleg*innen und ich jahrelang dafür schufteten, dann verstehst du vielleicht, wieso ich das wissenschaftliche Arbeiten unter falschem Namen verwerflich finde.

Was macht eine Ghostwriterin stattdessen?

Sie puzzelt aus den Gedanken und Methoden eines anderen Menschen ein (nicht-wissenschaftliches) Buch. Häufig geht es dabei um ein Sachbuch oder um einen Ratgeber.

Manchmal handelt es sich auch um eine Autobiografie oder einen autobiografischen Roman.
Das ist weder illegal noch unmoralisch.

Schließlich sind es nicht meine Ideen, die ich darin verbaue, sondern die meines Gegenübers.

2.    „Ghostwriting ist furchtbar langweilig“

Ganz ehrlich? Wenn ein Auftrag mal wirklich langweilig ist, dann nur, weil ich meine wichtigste Grundregel verletzt habe:

Schreibe nur die Bücher, die du selbst gerne lesen würdest!

Im Idealfall darf ich mich mit Herz und Seele in ein Thema einarbeiten, über das ich selbst nie eine Zeile geschrieben hätte, das mich aber fesselt und inspiriert.
Dabei lerne ich jedes Mal einiges dazu und bekomme auch noch Geld dafür. Ist doch genial, oder?

Und genau das ist es auch, was mich daran so sehr reizt, dass es mir egal ist, wenn am Ende nirgendwo mein Name auftaucht.

Ghostwriting ist also im Idealfall ein spannender Prozess.

3.    „Ghostwriting ist unmoralisch!“

Menschen kommen in der Regel nicht zu mir, weil sie zu faul dazu sind, ihr eigenes Buch zu schreiben.

Sondern, weil sie sich selbst nicht zutrauen, ihr Buch zu schreiben, aber aus unterschiedlichen Gründen den Wunsch hegen, dass es jemand anders tut.

Viele empfinden auch einen unausgesprochenen Druck, sich mit ihrem eigenen Buch als Expert*in zu profilieren. Kein Wunder: Ständig liest man irgendwo, dass ein Buch heutzutage wichtiger sei als ein Doktortitel oder eine gute Ausbildung.

Das kann und will ich nicht beurteilen.

Klar ist es „schick“, wenn du als Coach oder Speaker auch noch dein Buch präsentieren kannst und dich „Autor*in“ nennen darfst.

Doch es kann dir niemand versprechen, dass daraus am Ende ein Bestseller wird oder du damit garantiert bekannter wirst, oder Neukund*innen anziehst.

Unmoralisch finde ich deshalb, wenn dir jemand Erfolg auf dem Buchmarkt verspricht. Denn egal, wie gut deine Buch-Idee oder dein Manuskript ist, niemand kann dir garantieren, dass es ein Bestseller wird. Wirklich niemand!

Will ich dir dein Buch ausreden? Auf keinen Fall!

Doch eine meiner Fragen im Erstgespräch mit angehenden Autor*innen ist immer: Warum willst du dieses Buch schreiben/von mir schreiben lassen?

Wenn du nicht dafür brennst, dann solltest du lieber nochmal gründlich drüber schlafen.

Wenn deine Geschichte oder Methode unbedingt in die Welt hinaus MUSS, dann nichts wie ran an die Worte!

4.    „Ghostwriting ist eine einsame Sache“

Ja, es stimmt: Ein Buch zu schreiben, kann ganz schön einsam machen.

Doch für Ghostwriting braucht es mindestens zwei Personen: Die Person, die schreibt und die, die ihre Ideen und ihre Geschichte beisteuert.

Es mag Ghostwriter geben, denen du einfach dein Thema vor die Füße wirfst und mit denen du erst wieder an der Buchpremiere sprichst. Aber ich gehöre nicht dazu.

Denn wenn ich dein Buch für dich schreibe, dann ist das, als malte ich ein Portrait von dir:

Damit du am Ende zufrieden bist, muss ich mich ganz auf dich einstellen. Ich muss wissen, welche Farben du am liebsten magst. Ich muss wissen, wo deine Schwächen liegen, wo du selbst nicht hinschauen möchtest, und wo deine Stärken liegen. Ich muss wissen, wie du dich selbst siehst und wie du gesehen werden möchtest.

Wenn ich dich bereits länger kenne, dann weiß ich vermutlich schon, worauf du den Schwerpunkt legst. Aber meistens ist das ja nicht der Fall.

Damit ich deinen Stil und deine Methode oder Idee wirklich glaubhaft in DEINE Worte fassen kann, benötige ich im Schreibprozess den regelmäßigen Austausch mit dir. Das geht über Audio-Aufnahmen, Telefonate, Treffen oder Videokonferenzen.

Dadurch kann ich nicht nur deinen ganz persönlichen Stil und deine Wortwahl erfassen, sondern auch deine Persönlichkeit im Text wiedergeben.
Denn schließlich soll das Buch am Ende nur nach dir klingen und nicht nach mir.

Das heißt, am Ende fließt eben doch jede Menge deines geistigen Eigentums in das Buch hinein, sodass ich eben wirklich nur noch die Verfasserin bin.

Doch das alles funktioniert nur, wenn wir auf derselben Wellenlänge funken.

Wenn ich im Erstgespräch feststelle, dass wir nur aneinander vorbeireden, oder sich mir die Fußnägel aufrollen, wenn ich nur an dich und dein Thema denke, dann kann ich dein Buch nicht für dich schreiben.

5.    „Ghostwriting ist eine brotlose Kunst“

Noch so ein Missverständnis.

Es gibt Ghostwriter, die Millionen mit ihren Büchern verdienen.

Aber klar, es soll auch Ghostwriter geben, die sich für 20 € pro Stunde die Finger wund schreiben und sich durch das Verfassen wissenschaftlicher Artikel vielleicht sogar noch strafbar machen.

Kann man machen.

Ich persönlich bin allerdings der Ansicht, dass gute Qualität auch einen fairen Preis hat.

Und 20 €/Stunde sind kein fairer Preis, mit dem man selbständig als Ghostwriterin überleben kann.

Hier mal ein Rechenbeispiel:

Wenn ich 20 €/Stunde ansetze, dann sind das bei einem Arbeitstag von 8 Stunden und einer 5-Tage-Woche 3.200 € pro Monat.

„Wow!“, denkst du jetzt vielleicht.

Aber Moment – hast du da nichts vergessen?

Denn:

  • Ein nicht unerheblicher Teil davon wird für Steuern draufgehen – vll. ein Drittel?
  • Außerdem müssen noch Krankenversicherung, Rentenversicherung und evtl. weitere Versicherungen bezahlt werden.
  • Zudem gehen weitere monatliche Kosten ab – evtl. für Büromiete, Tel.- und Internet, Mitgliedsbeiträge, Domain- und Websitedienste, usw.
  • Bedenke: Ein Buch zu schreiben, dauert mindestens 3 Monate – vielleicht länger. In dieser Zeit kann ich keinen weiteren Auftrag annehmen.
  • Gleichzeitig sollte ich aber in dieser Zeit weitere Aufträge akquirieren, um danach nicht ohne Auftrag dazustehen. Für die Akquise sollte man mind. 1/3 der Zeit anberaumen – zu Beginn in jedem Fall mehr.
  • Krankheitstage und Urlaub sind in dieser Rechnung ebenfalls noch nicht berücksichtigt.

Wenn ich stattdessen von einer realistischen Anzahl von Arbeitstagen ausgehe (3 Tage/Woche) und alle weiteren Kosten abziehe, dann bleiben mir für diesen langwierigen Auftrag bei einem Stundenlohn von 20 € pro Monat nur höchstens 500-700 € übrig.

Hmm... also ich weiß nicht, wie du das siehst. Aber für eine so hohe Kunst wie das Schreiben, ist das verdammt wenig.

Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich mich auch noch in mir fremde Themen einarbeite und nicht in meinem eigenen Stil, sondern in dem der offiziellen Autor*innen schreibe.

Kommen wir also zu realistischeren Preisen:  

Natürlich kann ich dir keinen Seiten-Einheitspreis nennen – weder für meine Arbeit noch für die anderer Ghostwriter. Denn der Aufwand variiert stark pro Buch. Wenn ich sehr viel recherchieren muss, ist der Aufwand für mich natürlich deutlich höher.

Deshalb gebe ich auch ungern einen Preis pro Normseite an (1 Normseite = max. 1800 Zeichen inkl. Leerzeichen).

Aber damit du mal eine ungefähre Vorstellung bekommst:

Mit mind. 35-40 €/Normseite solltest du bei seriösen Ghostwritern mindestens rechnen (bei einem Buch von 200 Seiten sind das also mindestens: 7.000-8.000 €).

Ich rechne auch gerne mit meinem Stundenhonorar von 100 €/Stunde. Oftmals kommen meine Auftraggeber*innen damit günstiger weg, da ich in einer Stunde manchmal bis zu vier Normseiten schreibe. Vielleicht schaffe ich aber auch nur zwei.

Manchmal gibt es auch die Möglichkeit, dass wir gemeinsam (auf Stundenhonorar-Basis) ein Exposé erarbeiten und ich die ersten 10-30 Manuskript-Seiten (Probekapitel) schreibe. Falls meine Literaturagentur einwilligt, kann das Buch dann vorab einem Verlag angeboten und im besten Fall durch einen solchen teilfinanziert werden.

Der Haken?

Das funktioniert in der Regel nur, wenn du bereits eine gewisse Bekanntheit und hohe Expertise in deinem Bereich mitbringst. Der Aufwand, der im Vorfeld (Exposé, Besprechungen und Leseprobe) entsteht, stelle ich mit 90 € pro Stunde in Rechnung.

Idealerweise bist du bereits selbst in Verhandlung mit einem Verlag, sodass mein Honorar direkt mit dem Verlag abgewickelt werden kann.

Für alle anderen Projekte schlage ich dennoch gern vor, erst einmal ein Probekapitel zu schreiben. So kann ich den Aufwand besser einschätzen und du bekommst eine „Lese- und Arbeitsprobe“, die du in jedem Fall verwenden kannst.

Gleichzeitig bekommst du dadurch die Möglichkeit, dir ein Bild von unserer gemeinsamen Arbeit zu machen, bevor du dich für ein ganzes Buch an mich bindest. Sind nach der Proberunde beide Seiten zufrieden, schließen wir einen Vertrag und gern auch einen Festpreis für die restlichen Seiten des Buches ab.

So oder so. Ghostwriting ist ein Haufen Arbeit und deshalb in der Regel nicht für nen Appel und en Ei zu haben.

Dafür bekommst du am Ende ein Buch, das deine Ideen widerspiegelt und in Worte gekleidet ist, die wirklich nach dir klingen.

Einzige Schattenseite beim Ghostwriting:

Ich darf niemandem von deinem Buch erzählen, auch wenn ich Stolz wie Bolle bin!

So, ich hoffe, du hast nun einen Eindruck davon bekommen, wie professionelle Ghostwriter arbeiten.

Falls du mehr wissen willst, schreib mir einfach.

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Ich freue mich auf unser Gespräch und dein Projekt.

 

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