Schreib dein Buch

Weißt du, wie viele Menschen ein Buch schreiben wollen? 81 % Lass die Zahl mal auf dich wirken: 8 von 10 Menschen wollen irgendwann in ihrem Leben einmal ein Buch schreiben. Weißt du, wie viele es wirklich tun? Nur 10 %! Also nur einer von diesen acht Menschen wird in seinem Leben sein Buch schreiben. Aber was unterscheidet diejenigen, die ihr Buch schreiben, von denen, die nur darüber reden?

Tina Lauer

13. Juli 2021

Ich verrate dir ein Geheimnis:

Es brauchte Dutzende veröffentlichte Artikel, Sammelbände, Kurzgeschichten und sogar eine Monografie, bis ich mich endlich traute, mich als Autorin zu bezeichnen.

Ich war der Ansicht, Autorin dürfte ich mich erst nennen, wenn ich mit mehreren Romanen auf einer Bestseller-Liste zu finden bin.

Mittlerweile erscheint mir das ziemlich albern.

Aber ich erzähle dir das nicht, um darauf aufmerksam zu machen, dass ich mich lange Zeit in falscher Bescheidenheit geübt habe.

Interessant ist vielmehr, was passiert, seitdem ich mein Schreibtalent nicht mehr verstecke, sondern selbstbewusst damit umgehe.

Wenn mich also jemand fragt, was ich beruflich mache, erzähle ich, dass ich Autorin und Schreibcoach bin.

Dann kommen häufig Fragen zum Genre und aktuellen Projekten.

Aber was ich am häufigsten höre, ist der folgende Satz:

„Ich möchte auch schon lange ein Buch schreiben!“

Es mag dich schockieren, aber ich bin ganz ehrlich mit dir: Würde ich jedes Mal einen Euro erhalten, wenn mir jemand erzählt, er oder sie wolle ein Buch schreiben, würde ich nur noch zum Vergnügen arbeiten.

Oder in Zahlen ausgedrückt:

Weißt du, wie viele Menschen ein Buch schreiben wollen?

81 %

Lass die Zahl mal auf dich wirken: 8 von 10 Menschen wollen irgendwann in ihrem Leben einmal ein Buch schreiben.

Weißt du, wie viele es wirklich tun?

Nur 10 %!

Also nur einer von diesen acht Menschen wird in seinem Leben sein Buch schreiben.

Aber was unterscheidet diejenigen, die ihr Buch schreiben, von denen, die nur darüber reden?

Ganz einfach:

Sie tun es – sie schreiben.

Für die anderen 71 % gibt es tausend Gründe, wieso sie ihr Buch niemals schreiben werden. Einige davon sind gute, nachvollziehbare Gründe, andere sind vorgeschoben.

Doch vergiss die Zahlen. Wichtig ist, ob du tief in dir weißt, dass dein Buch niemals geschrieben wird, oder ob du zu denen gehören möchtest, die es nun endlich angehen?

Falls dich noch etwas zurückhält, lohnt es sich, deine Gründe mal auf den Prüfstand zu stellen.

Das perfekte Timing

Vielleicht denkst du: „Ich werde mein Buch schon irgendwann schreiben, aber jetzt ist einfach nicht die richtige Zeit dafür.“

Klar: Natürlich gibt es denkwürdig schlechte Momente, um ein Buch zu schreiben. Gerade in Zeiten der Pandemie leiden viele Menschen unter Überlastung (Home-Schooling, Kinderbetreuung, stressiger Job, Existenzängste).

Aber glaub mir:

Den perfekten Zeitpunkt für dein Buch gibt es im Grunde nicht.

Ich habe z. B. kurz nach der Geburt meines Kindes einen Roman geschrieben. Also in einer Zeit, in der Eltern in der Regel erstmal Kopf stehen. Auch die ersten Monate mit meinem Kind waren nicht immer einfach. Doch während mein Baby schlief, setzte ich mich an den Rechner. Wenn ich es schaukelnd durch die Gegend trug, weil es sonst nicht weitergeschlafen hätte, diktierte ich meine Worte in den PC.

Ich tat das nicht, weil ich dafür Geld bekam, und es winkte auch kein lukrativer Buchvertrag.

Ich schrieb, weil die Idee raus musste.

Es war meine intrinsische Motivation, die mich antrieb. Ich musste das Buch einfach schreiben. Fassungslos registrierte ich, wie Donald Trump in das mächtigste Amt der Welt gewählt wurde und die AfD in den Bundestag einzog. Mein Roman beschreibt deshalb eine Dystopie, in der unsere Welt in einem immensen Rechtsruck versinkt. Das Buch ist zwar bisher nicht erschienen, weil es politische Romane in Deutschland ziemlich schwer haben, aber darum geht es hier gar nicht.

Ich erzähle dir das auch nicht, um mit meiner Produktivität zu prahlen oder dich unter Druck zu setzen. Du musst kein Buch schreiben, wenn das wichtigste Wesen deiner Welt gerade das Licht der Welt erblickt hat. Ganz sicher nicht.

Ich erzähle dir das nur deshalb, weil ich dich auf den wunden Punkt der meisten Menschen mit Buchambitionen hinweisen will. Nämlich auf die Frage:

Ist deine Idee stark genug?

Wenn du für deine Buchidee brennst, dann ist es egal, wieviel Zeit du hast oder wie die äußeren Umstände aussehen: Dann musst du das Buch einfach schreiben!

Klar, Schreibblockaden können diesen Antreiber blockieren, aber das meine ich hier nicht. 

Ich spreche von dem, was dich antreibt: von deiner intrinsischen Motivation.

Wenn du diesen Antreiber nicht spürst, dann ist deine Idee vielleicht nicht stark genug.

Schau dir deine Buchidee nochmal von oben bis unten an. Klopf sie ab und konkretisiere sie. Prüfe sie auf Herz und Buchstaben und sei ehrlich – wenigstens mit dir selbst:

Stehst du fest zu dieser Idee und bist du bereit, für sie auch schwierige Zeiten durchzustehen?

Denn glaub mir: die wird es geben.

Doch wenn du an dein Buchprojekt glaubst und es zu Papier bringen möchtest, dann gibst du auch in Schreibphasen nicht auf, in denen es mal nicht nach Plan läuft.

 

 

Und noch etwas unterscheidet Autor*innen von den Menschen, die nur von ihrer Buchidee reden:

Sie sind in der Lage, den Perfektionismus in den Wartesaal zu verbannen, bis sie ihn brauchen können (später, im Lektorat).

Lass nicht zu, dass er deine Idee killt!
 
Du kennst das sicherlich: Du schreibst ein paar Buchstaben, Wörter, Sätze. Du kommst nicht weiter.

Du liest dir nochmal durch, was du bereits geschrieben hast, und dann kommt er!
Du lässt zu, dass er alles zerstört.
Weil du an ihn glaubst, lässt du ihn gewähren:
 
Er markiert, er entfernt, er löscht.
 
Vielleicht gehörst du sogar zu den Menschen, bei denen er schon früher zuschlägt:
Er setzt sich in deinen Kopf und lässt nicht zu, dass du einen Satz zu Papier bringst.

So oder so:
Perfektionismus ist der KILLER für dein Schreibprojekt!

Meine Doktorarbeit wäre niemals fertig geworden, hätte ich jeden Satz 15 Mal rumgedreht, bevor ich ihn aufschrieb.
 
Schon klar, manchmal ist Perfektion ein Segen. Ich möchte z. B. nicht von einer Chirurgin aufgeschnippelt werden, die nach der 80-20-Regel arbeitet. Ich möchte auch nicht in einem Haus leben, dessen Architekten tragende Wände für überflüssig hielten.

Und ja: zu einem späteren Zeitpunkt deines Schreibprojekts – im Lektorat oder Korrektorat – ist Perfektionismus absolut willkommen.

Natürlich habe auch ich meine Doktorarbeit am Ende gefühlte 1.000 Mal überarbeitet.
 
Aber im Schreibprozess musst du dich von ihm verabschieden.

 

Was braucht es also, damit dein Buch Wirklichkeit wird?

  • Eine starke Idee! Prüfe, ob dich dein Thema durch schwierige Zeiten trägt.
  • Einfach schreiben! Am besten jeden Tag ein paar Sätze. Das können Notizen sein, Stichworte, oder natürlich ganze Sätze. Wichtig ist, dass du loslegst.
  • Abschied vom Perfektionismus! Sei gnädig mit dir und deinen Worten. Lösch sie nicht, bevor du wirklich fertig bist. Aus einem halbgaren Satz kann ein wunderbares Kapitel entstehen.

Also los: Schmeiß die Ausreden in die Ecke und fang an zu schreiben.

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